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Salvatore Russo wird nach seiner Festnahme in Neapel ins Gefängnis abgeführt.
Salvatore Russo, Chef des nach ihm benannten Camorra-Clans, wurde laut Polizei am Samstag nach jahrelanger Flucht in der Nähe von Neapel festgenommen. Sein Bruder Pasquale Russo, mit dem er die Camorra in der Region neu aufgebaut hatte, wurde am Tag darauf gefasst. Daneben wurde auch noch der dritte der Gebrüder, Carmine Russo, festgenommen.
Seit 14 Jahren auf der Flucht
Der 51-jährige Salvatore Russo stand auf der Liste der 30 meistgesuchten Verbrecher Italiens. Der Mafia-Boss, der wegen mehreren Morden und wegen seiner Mafia-Mitgliedschaft zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, war seit 1995 auf der Flucht.
Versteck auf Bauernhof
Russo hatte sich nach Polizeiangaben auf einer Geflügel- und Kaninchenfarm in Somma Vesuviana nahe von Neapel versteckt gehalten. Er war kurz vor seiner Festnahmen am frühen Morgen auf der Jagd gewesen und mit einem Maschinengewehr, einer Pistole sowie einem Jagdgewehr bewaffnet.
Die Polizei entdeckte ihn auf dem Bauernhof. Er hatte sich in einem Hohlraum, der neben der Küche abgeteilt und als Versteck eingerichtet war, aufgehalten. Salvatore Russo verhielt sich bei der Festnahme ruhig, bei der Verlegung von der Präfektur ins Gefängnis jedoch versetzte er einem Journalisten einen Fusstritt.
«Historischer Chef» des Clans
Salvatore Russos 62-jähriger Bruder Pasquale gilt als «historischer Chef» des Clans. Er stand nach Angaben der Polizei seit 16 Jahren sogar auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher des Landes. Wegen Mordes und Verbrechen im Zusammenhang mit seiner Mafia-Tätigkeit wurde er ebenfalls bereits zu lebenslanger Haft verurteilt und befand sich seit 1993 auf der Flucht.
«Äusserst harter Schlag»
Salvatore Russo hielt sich in einer Hütte in Sperone rund 30 Kilometer östlich von Neapel auf. Dort brach die Polizei am frühen Sonntagmorgen ein und nahm den überraschten Mafia-Boss fest, der sich dort mit einem weiteren Bruder aufhielt.
Italiens Justizminister Angelino Alfano sagte am Samstag, mit der Festnahme des jüngeren Russo-Bruders sei den Justizbehörden ein «äusserst harter» Schlag gegen die Mafia gelungen. Innenminister Roberto Maroni sprach von einem «aussergewöhnlichen Erfolg».
Totale Kontrolle
Der Russo-Clan hatte nach Angaben der Polizei die «totale Kontrolle» über «sittenwidrige Aktivitäten» in einem breiten Gebiet in Neapel. Ihr Einfluss erstreckte sich demnach über rund 40 Gemeinden in der Provinz. Die Brüder hatten die Camorra in der Region gemeinsam neu aufgebaut, nachdem der frühere Camorra-Pate Carmine Alfieri nach seiner Verhaftung 1993 zum Kronzeugen der Staatsanwaltschaft geworden war.
(ap/sda/muei)







