Grosse bemalte Dominosteine vor dem Brandenburger Tor in Berlin(© mauerfall09.de)

Nach 20 Jahren soll die Mauer noch einmal fallen, diesmal in Form bemalter Dominosteine.

Staatsgäste aus aller Welt reisen dazu nach Berlin. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zeigte sich kürzlich begeistert über das «riesige weltweite Interesse» am Jahrestag des Mauerfalls.

Es gelte, an jene emotionalen Momente vor 20 Jahre zu erinnern, als sich wildfremde Menschen in den Armen gelegen hätten und bei Trabi-Paraden in Westberlin in Jubel ausgebrochen seien. Gleichzeitig solle ein aktives Auseinandersetzen mit den Ereignissen des 9. November mangelndem Geschichtsbewusstsein entgegenwirken.

Spaziergang mit Kanzlerin

Die Feiern beginnen am Jahrestag bereits nachmittags (15.00 Uhr) mit einem historischen Spaziergang von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Bornholmer Strasse, wie Kanzleramtsminister Thomas de Mazière sagte. An dem ehemaligen Grenzübergang testeten am 9.November 1989 die ersten DDR-Bürger das damals überraschend verkündete Recht zur Ausreise in den Westen.

Dort sei an dem Tag auch Merkel von Ost- nach Westberlin gekommen, sagte de Mazière.Nun will sie den Gang mit Bürgerrechtlern, dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem früheren polnischen Solidarnosc-Führer Lech Walesa wiederholen.

Sarkozy, Brown und Medwedew treffen Köhler

Für den frühen Abend (18.00 Uhr) ist ein Empfang für die Staatsgäste - darunter der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister Gordon Brown, der russische Präsident Dimitri Medwedew und die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton - bei Bundespräsident Horst Köhler geplant.

Danach beginnt um 19.00 Uhr die eigentliche Feier für Honoratioren und Bürger am Brandenburger Tor. Dort spielt die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, Jon Bon Jovi bietet ein selbst komponiertes Revolutionslied dar, die Politiker sollen Reden halten, die «dem fröhlichen Charakter des Festes angemessen» sein sollten, wie de Mazière sagte.

«Fest der Freiheit» mit Styropor-Mauer

Höhepunkt des «Fests der Freiheit» soll der gezielte Einsturz einer rund 1,5 Kilometer langen Reihe von riesigen, der Berliner Mauer nachempfundenen Dominosteinen vom Potsdamer Platz am Brandenburger Tor vorbei bis zur Spree sein.

15'000 Jugendliche hatten die jeweils 2,50 Meter hohen und 40 Zentimeter tiefen Styropor-Steine künstlerisch gestaltet. Sie sollen bereits ab dem 7. November an ihren Standorten rund um das Brandenburger Tor zu besichtigen sein.

«Das ist ein wunderbares Mittel»

Anfangs hätten sich viele sehr skeptisch gegen die «Dominoaktion» gezeigt, berichtete Wowereit. «Da hiess es: Die ticken wohl nicht mehr richtig», sagte der SPD-Politiker. Inzwischen sei aber klar: «Das ist ein wunderbares Mittel, die Menschen zu aktivieren.» Auch de Mazière sagte, das Fest einschliesslich des «Niederreissens der Mauer» erscheine als «angemessene Würdigung dieses historischen Tages».

Genscher, Gorbatschow und Gottschalk - ein Gespräch

Bei dem Fest am Brandenburger Tor sollen sich Gorbatschow und der frühere Aussenminister Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Moderator Thomas Gottschalk äussern.