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Noch ist sein Sessel im Gericht in Den Haag leer.
Karadzic sei bereit, an einer Anhörung zu Verfahrensfragen teilzunehmen. Dies bedeute nicht, dass er damit seinen Boykott des Prozesses beende, sagte sein Anwalt. Vielmehr wolle Karadzic bei der Anhörung bekräftigen, dass ihm nicht genügend Zeit zur Vorbereitung seiner Verteidigung gegeben worden sei. Entsprechend weigerte sich Karadzic erneut, seine Zelle im Den Haager UNO-Untersuchungsgefängnis zu verlassen, und in den Gerichtssaal 1 des Jugoslawien-Tribunals gebracht zu werden. Dort
sollte der zweite Teil der Anklage gegen ihn verlesen werden
Der 64-Jährige hatte die mangelnde Zeit bereits als Begründung dafür angegeben, dass er der Eröffnung des Prozesses vor einer Woche ferngeblieben war. Bei der für Dienstag anberaumten Anhörung soll entschieden werden, ob und wie der Prozess ohne den Angeklagten weitergehen kann.
Elf Tatbestände
Karadzic war nach seiner Verhaftung im Sommer 2008 gestattet worden, sich selbst zu verteidigen. Das Gericht könnte jetzt aber entscheiden, ihm dieses Recht zu entziehen und einen Pflichtverteidiger einsetzen.
Am Montag stand der Abschluss der zweitägigen Verlesung der Karadzic bereits bekannten Anklage auf dem Programm des Jugoslawien-Tribunals. Der 64-Jährige ist in elf Punkten wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die Massaker an bis zu 8000 muslimischen Männern und Jungen im Sommer 1995 in der UNO-Schutzzone Srebrenica angeordnet zu haben. Karadzic droht lebenslange Haft. Er hat alle Vorwürfe bestritten.







