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Mit der Schweinegrippe wird in der Ukraine ausgiebig Wahlkampf gemacht.
Aus Angst vor einer Ausbreitung der Viruserkrankung wurden Schulen geschlossen, Reisebeschränkungen verhängt und öffentliche Veranstaltungen abgesagt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, es gebe keine Belege dafür, dass der Ausbruch der neuen Grippe in der Ukraine besonders schlimm wäre.
Wahlkampf mit Schweinegrippe
Politische Beobachter äussern den Verdacht, dass einige Politiker die Angst in der Bevölkerung vor der Schweinegrippe angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahl im Januar dazu nutzen wollen, um Punkte bei den Wählern zu sammeln.
«Alle Kandidaten suchen nach einem Wahlkampfthema, und die Grippe ist derzeit ein ganz grosses Thema», sagte Konstantin Bondarenko, der Direktor des Gorschenin-Instituts. Es herrsche Panik, und die Politiker nutzten dies aus, sagte Bondarenko weiter.
Präsident Juschtschenko erklärte am Wochenende, 48 Menschen im Land seien an Grippe gestorben, davon elf an den Folgen der Schweinegrippe. Zehntausende Menschen hätten sich angesteckt. Das Gesundheitsministerium sprach von 67 Grippetoten, machte aber keine Angaben dazu, wie viele davon an der Schweinegrippe starben.
Medienspektakel auf dem Flughafen
Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die bei der Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Viktor Juschtschenko antreten wird, nahm auf dem Flughafen von Kiew öffentlichkeitswirksam eine Ladung Impfstoff aus der Schweiz in Empfang.
Wegen des rasanten Anstiegs der Fälle von Schweinegrippe hatte die Ukraine die internationale Gemeinschaft am Sonntagabend dringend um Hilfe gebeten. Bei Roche ging eine Notbestellung für Tamiflu der Ukraine ein, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Das Grippemittel sei ab Lager geliefert worden.
Experten angereist
Nach Angaben der ukrainischen Regierung handelte es sich um 300'000 Packungen. Einige Apotheken sollen wegen der Grippeepidemie zuletzt mehrere hundert Euro pro Tamiflu-Packung verlangt haben. Die Regierung will diesen Preis-Wucher auf Kosten verängstigter Menschen hart bestrafen.
Auf Bitten der Regierung in Kiew schickte die WHO ein Expertenteam in die Ukraine, um bei der Bewältigung der Grippewelle zu helfen. «Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass die Lage ernst ist», sagte WHO-Sprecherin Liuba Negru.







