Radovan Karadzic schliesst vor einem Tisch stehend einen Aktenkoffer.(© reuters)

Ob der ihm zugewiesenen Pflichtverteidiger gleich denkt? Karadzic bestreitet alle Vorwürfe.

Das Tribunal reagierte damit auf Karadzics Boykott des Verfahrens.

Dem früheren Präsidenten werden Kriegsverbrechen während des Bosnien-Kriegs von 1992 bis 1995 vorgeworfen. Unter anderem wird ihm die 43 Monate währende Belagerung Sarajewos zur Last gelegt, während der schätzungsweise 10'000 Menschen ums Leben kamen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte bei der Verlesung der Anklageschrift, der frühere Psychiater habe eines der «dunkelsten Kapitel der Menschheit» zu verantworten. Als Oberkommandierender der bosnischen Serben sei Karadzic für die Tötung von mehr als 7000 muslimischen Männern und Jungen in der Ortschaft Srebrenica im Juli 1995 verantwortlich. Karadzic bestreitet die Anklagevorwürfe.
(sda/fref)