Ein Indianer mit Kopfschmuck im Plenum sitzend.(© sf/uspool )

Indianer treffen den US-Präsidenten in Washington.

Es zeuge von einem «aussergewöhnlichen Sprung des Vertrauens», dass die Indianerhäuptlinge überhaupt in die US-Hauptstadt gekommen seien, sagte Obama zum Auftakt des Treffens im Innenministerium. Immerhin hätten US-Regierungen wiederholt Abkommen mit den Indianern gebrochen. Es ist die erste Konferenz dieser Art seit 1994.

«Ich bekenne mich uneingeschränkt dazu, gemeinsam mit Euch vorwärtszugehen und zusammen eine neue und bessere Zukunft zu gestalten», erklärte der US-Präsident. In einem ersten Schritt unterschrieb Obama ein Memorandum, in dem jedes Kabinettsmitglied angewiesen wird, innert drei Monaten Wege für eine bessere Kommunikation zwischen Stämmen und Regierung vorzuschlagen.

Armut und Arbeitslosigkeit herrscht vor

«Eure Belange werden nicht vergessen, solange ich im Weissen Haus bin», erklärte Obama. Er verwies auf die extreme Armut und die hohe Arbeitslosenquote von 80 Prozent unter den Ureinwohnern. Mehr als 14 Prozent aller Häuser der Ureinwohner hätten keinen Strom, etwa genauso viele keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Er sei entschlossen, diese Probleme anzugehen - wie er überhaupt allen US-Bürgern helfen wolle, die von der Rezession besonders stark betroffen seien, betonte der Präsident.

Überdies ernannte der Präsident eine Cherokee-Indianerin als Beraterin im Weissen Haus, um die künftige Ureinwohner-Politik mitzugestalten. «Ich will, dass dieses Verhältnis in Ordnung kommt», sagte Obama. Die Indianer müssten zu «vollwertigen Partnern» in der US-Wirtschaft werden, damit auch ihre Kinder und Enkel den amerikanischen Traum verwirklichen könnten.

An den Rand gedrängt

Es habe bislang viel zu wenig Kommunikation und Abstimmung zwischen Indianern und der Regierung in Washington gegeben, bemängelte der Präsident. Kaum eine andere US-Minderheit sei stärker an den Rand gedrängt und ignoriert. Immer wieder seien Verträge und Versprechen gebrochen worden, räumte Obama ein. «Es ist eine Geschichte, die von Gewalt, Krankheit und Raub geprägt ist», sagte er. Dies müsse einmal festgehalten werden, wolle man gemeinsam Fortschritte erzählen, betonte er.

Im Wahlkampf hatte Obama versprochen, eng mit Repräsentanten aus den Indianer-Reservaten zusammenzuarbeiten, sie regelmässig zu konsultieren und zudem einen Ureinwohner zum ranghohen Berater für die Angelegenheiten dieser Bevölkerungsgruppe zu ernennen. All dies hat Obama eingehalten.

Posten an Ureinwohner vergeben

Den hochrangigen Beraterposten erhielt Kimberly Teehee vom Stamm der Cherokee. Ferner wurde Yevette Roubideaux vom Stamm der Sioux als erste Indianerin mit der Leitung der Stabsstelle im Gesundheitsministerium betraut, die speziell für die Gesundheit der Ureinwohner zuständig ist.

Auf Seiten der Ureinwohner hat der Regierungswechsel in Washington Hoffnung auf ein besseres Verhältnis zu Washington keimen lassen. «Ich bin beeindruckt, dass Präsident Obama die Hand ausstreckt», sagte Janice Rowe-Kurak vom Stamm der Iowa der «New York Times». Sie hoffe, dass nun ein echter Dialog zustande komme. In den USA leben rund 3,1 Millionen Ureinwohner, etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung.