Eine lachende Cornelia Funke.(© reuters )

Cornelia Funke: «Es ist leicht, mit diesem wunderbaren und reichen Werkstoff deutsche Sprache zu arbeiten.»

«Sie erhält diese Auszeichnung, weil sie Tausende, Zehntausende, Hunderttausende Kinder zum Lesen gebracht hat, die vorher nie zu einem Buch gegriffen haben», hiess es bei der Verleihung des Preises in Kassel im deutschen Bundesland Hessen vom Verein Deutsche Sprache.

Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann sagte, sie «kenne keinen Autoren, der Kinder so fesseln kann.» Sie schaffe es zudem, Kinder auch für die deutsche Sprache zu begeistern.

Funke, die in Los Angeles lebt, sagte, es sei leicht, «mit diesem wunderbaren und reichen Werkstoff deutsche Sprache zu arbeiten». Sie erklärte, dass sie die deutsche Sprache noch mehr zu schätzen wisse, seit sie im Ausland lebt und fast nur Englisch spreche. Sie bedaure, dass die Grimmsche Erzähltradition ausgerechnet in Deutschland verloren gehe.

«Wir trauen uns nicht mehr, zu fabulieren. Vielleicht glauben wir, dass die Faschisten auch an unseren Märchen, etwas sehr deutschem, ihre braunen Fingerabdrücke hinterlassen haben. Aber wir würden etwas wirklich Wertvolles verlieren», sagte die Autorin.

Auflagenmillionärin mit Fantasie

Funke hat so ziemlich alles erreicht, was sich eine Kinder- und Jugendbuchautorin wünschen kann: Übersetzt in fast 40 Sprachen, Millionenerfolge und eine Verfilmungen mit Hollywood-Glanz.

Die 51-jährige Diplompädagogin aus dem Münsterland wird seit einigen Jahren mit Preisen überhäuft. Das «TIME Magazine» hat sie gar in seine Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten aufgenommen.

In Hamburg machte sie eine Ausbildung zur Pädagogin. Während sie als Erzieherin arbeitete, studierte sie Buchillustration. Auf diesem Weg kam sie zum Schreiben und entwarf zum Beispiel Drehbücher für die Kinderserie «Siebenstein» mit dem Marionettenraben Rudi.

Es folgten Kinderbücher mit Drachen und Kobolden, Hexen und Werwölfen und einem verzauberten Klassenzimmer. Weit mehr als 50 Bücher entstanden seit Ende der achtziger Jahre. Die Illustrationen macht Funke nach wie vor selbst.

Kinderbuchklassiker von heute

Bekannt wurde Funke durch ihre «Gespensterjäger» und vor allem «Die wilden Hühner». Im Gegensatz zu den sonstigen Charakteren Funkes sind ihre «Hühner» normale Mädchen, die weder Kriminalfälle lösen noch Abenteuer bestehen, sondern einfach den Alltag bewältigen.

Fantastisch wurde Funke wieder mit ihrem Welterfolg «Herr der Diebe», der von Hollywood verfilmt wurde. Mit der «Tintenherz»Trilogie errang Funke auch die Anerkennung der Feuilletons. «Tintenherz» wurde 2008 mit Brendan Fraser («Die Mumie») und Oscar-Preisträgerin Helen Mirren verfilmt.
(sda/stom)