Steinreliief, das den Kopf einer römischen Göttin zeigt.(© Keystone Kantonsarchäologie AG Handout)

In der letzten Grabungswoche gelang Archäologen in Windisch ein sensationeller Fund: Ein gut erhaltenes Steinrelief mit dem Antlitz einer römischen Göttin.

Entdeckt wurde das steinerne Porträt auf dem Gelände der zukünftigen Fachhochschule Nordwestschweiz. Bereits seit 2005 fanden hier Grabungen statt. Der Steinblock lag in einer Grube, die zur Kiesgewinnung diente. Keramikscherben, die daneben gefunden wurden, weisen darauf hin, dass das steinerne Kunstwerk im ersten Jahrhundert nach Christus entstanden ist.

Grab-Verzierung oder Weihebild

Die porträtierte Frau trägt schulterlanges, gelocktes Haar und vermutlich ein Stirnband. Das lässt vermuten, dass es sich um eine Göttin handelt. Möglicherweise diente der Stein als Schmuck des Firstes eines Grabbaus.

Die Skulptur könnte zu einem Grab aus der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts gehören. Nach römischer Tradition lagen die Grabstätten entlang der Strasse, die aus einer Siedlung herausführt – in diesem Fall an der Strasse nach Augusta Raurica. Beim Fund könnte es sich jedoch auch um ein Weihebild aus einem Tempelbezirk handeln. Ein solches Bild wurde 2007 nur wenig weiter westlich der Ausgrabungsstätte entdeckt.
(ap/muem)