Claude Lévi-Strauss mit Brille.(© keystone)

Eines der seltenen Bilder des Ethnologen Claude Lévi-Strauss.

Levi-Strauss gilt als Gründer der philosophischen Schule des Strukturalismus. In seinen Arbeiten übertrug er die strukturale Sprachwissenschaft Roman Jakobsons auf sein Fachgebiet und begründete die strukturale Anthropologie. Die These, dass der Mensch ihm unbewussten strukturalen Systemen unterworfen sei, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

Aufwertung «primitiver» Völker

Mit seinen Büchern, die streckenweise romanhaft anmuten, beeinflusste er neben der Anthropologie, der Mythen- und Religionsforschung auch die neue Philosophie und Geschichtswissenschaft.

Sein 1955 erschienener Bestseller «Traurige Tropen» (Tristes Tropiques) erschien in der Zeit der Entkolonialisierung und spielte bei der Aufwertung so genannter «primitiver» Völker eine wichtige Rolle. Das Buch fand auch in nicht-wissenschaftlichen Kreisen starke Beachtung.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Literatur hatte Levi-Strauss einen Lehrstuhl für Soziologie im brasilianischen São Paulo erhalten. Dort begeisterte er sich bei Begegnungen mit Indianern für die Feldforschung. 1942 folgte er einem Ruf der New York School of Social Research in New York. Zuletzt arbeitete er als Philosophieprofessor.
(agenturen/fref)