Porträt von Albert Kriemler.(© keystone)

«Perfekter Botschafter der Swissness»: Der St. Galler Designer hat weltweit ein Renommee.

Der «Merit»-Preisträger und sein Modelabel Akris stünden für eine einzigartige «Verbindung von Schlichtheit, Eleganz und Tragbarkeit», heisst es in der Begründung der Jury. Als Designer und als Persönlichkeit beweise Kriemler wie gut regionale Verwurzelung und Weltläufigkeit zusammengingen.

Fünf weitere Preise

Neben dem undotierten Ehrenpreis wurden im Rahmen des Design Preises Schweiz 2009 fünf mit hohen Preisgeldern verbundene Auszeichnungen verliehen. In der Kategorie Market ehrte die Jury den in Zürich tätigen Tessiner Paolo Fancelli für seinen «robusten und dynamischen» Mehrzwecktransporter Aebi VT 450.

Das Gefährt der Burgdorfer Firma wird insbesondere von Gemeinden eingesetzt. Der Preis an Fancelli ist mit 35'000 Franken dotiert.

Eine Auszeichnung in gleicher Höhe erhielt der Bündner Colin Schaelli für das von ihm konzipierte Regalsytem V30 FREITAG SKID, das in den Läden des Zürcher Taschenherstellers Freitag steht.

Es überzeugte die Jury in der Kategorie Newcomer durch den sparsamen Umgang mit Material und seine «angemessene industrielle Anmutung». Eine Verwendung ausserhalb der Freitag-Läden sei gut denkbar, hiess es in den Medienunterlagen.

Innovative Schweizer Produkte

Einer der mit 50'000 Franken dotierten Textile Design Awards geht an Martin Leuthold für das ultraleichte Gewebe «Secret Garden» der St. Galler Firma Jakob Schläpfer.

Es wiegt 100 Gramm pro Laufmeter, ist mit Aluminium, Kupfer oder Bronze beschichtet und mit einem Blumendekor versehen. «Ein magisches Produkt», urteilte die Jury.

Als «echte Innovation» wird die «coldblack»-Technologie der Firma Schoeller Textiles aus Sevelen (SG) mit einem Textile Design Award für ebenfalls 50'000 Franken gewürdigt. Die Erfindung ermöglicht, dass sich dunkle Textilien bei Sonneneinstrahlung weniger stark aufheizen. Ausserdem bietet «coldblack» Schutz vor UV-Strahlung.

Den RADO Product Design Award mit einer Preissumme von 25'000 Franken gewinnt Thomas Schaad, der in Schweden für die Designergruppe «No Picnic» tätig ist. Schaad entwickelte dort den «Pacemaker», ein tragbares DJ-Set, das nicht grösser ist als ein MP3-Player. Es ist das erste und bisher einzige Gerät dieser Art.

Deutsche Preise für Schweizer

Über die ebenfalls am Freitag von der Bundesrepublik Deutschland verliehenen Designpreise durften sich auch Ausländer, unter ihnen Schweizer, freuen. Ein Team der Ruckstuhl AG in Langenthal erhielt für die Teppichkollektion «Stripes» einen goldenen Produktepreis.

Das Internationale Menschenrechtsforum Luzern wurde in der Sparte Unternehmenskommunikation für das Plakat «Unvollständig» geehrt, das an Mangel- und Fehlernährung bei Kindern erinnert. Das Plakat ist eine Arbeit der 22-jährigen Luzernerin Fabienne Angehrn.
(sda/hues)