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Auf Druck der britischen Regierung muss sich die Royal Bank of Scotland (RBS) unter anderem von mehreren hundert Filialen trennen.
Der britische Bankenmarkt steht vor einer gewaltigen Neuordnung: Die mit staatlichen Milliarden gestützten Banken Lloyds und Royal Bank of Scotland (RBS) müssen auf Druck der Regierung und der EU Beteiligungen verkaufen, die zehn Prozent des gesamten Privatkundenmarkts in Grossbritannien ausmachen.
Neue Finanzspritze: 25,5 Milliarden Pfund für RBS
Zudem pumpt der Staat weitere 25,5 Milliarden Pfund (rund 43 Milliarden Franken) in die RBS, die sich mit der Übernahme des niederländischen Finanzkonzerns ABN Amro verhoben hatte. Lloyds will dagegen mit einer gigantischen Kapitalerhöhung von Investoren Geld einsammeln.
Die erneute Stützung der RBS sei die einzige Möglichkeit, das Institut zu stabilisieren und das gesamte Finanzsystem wieder auf die Beine zu bringen, sagte Grossbritanniens Finanzminister Alistair Darling am Dienstag in London. «Wenn wir das alles nicht machen würden und das System in sich zusammenbrechen würde, hätten wir ein totales Chaos», betonte er.
Aufspaltung soll mehr Wettbewerb bringen
Zudem will die Regierung mit dem Aufspalten der beiden teilverstaatlichten Institute mehr Wettbewerb auf dem britischen Bankenmarkt schaffen. Mindestens drei neue Konkurrenten sollen entstehen.
Auch die dritte verstaatlichte Grossbank, Northern Rock, muss sich von einem Grossteil ihres Geschäfts trennen. Wegen der Rettungsaktionen hat Grossbritannien in diesem Jahr das zweithöchste Staatsdefizit in der EU.
Staatsanteil an RBS und Lloyds immer grösser
Die zusätzlichen Milliardenhilfen erhöhen den Staatsanteil an der RBS von bisher 70 Prozent auf 84 Prozent. Zudem schlüpft die Grossbank unter einen staatlichen Garantieschirm, der Ausfallrisiken riesiger Kredit-Portfolios abdeckt.
Lloyds will dagegen an dem vergleichsweise teuren Programm nicht teilnehmen, auch die Beteiligung des Staates soll bei 43 Prozent gedeckelt bleiben. Deshalb will die Bank das Eigenkapital um insgesamt 21 Milliarden Pfund erhöhen. Den Grossteil davon will Lloyds über eine klassische Kapitalerhöhung einnehmen, zudem sei die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital geplant.
Lukrative Geschäftsbereiche stehen zum Verkauf
Die Geschäftsteile, von denen sich Lloyds und RBS trennen müssen, dürfen nur an kleinere, bereits am Markt aktive Konkurrenten oder an komplett neue Mitbewerber gehen, wie Finanzminister Darling ankündigte. Der britische Bankenmarkt, insbesondere das Privatkundengeschäft, gilt in der Branche als sehr lukrativ.
Beide Institute sollen mehrere hundert Filialen verkaufen. Lloyds will sich unter anderem noch von TSB in Schottland trennen sowie vom Baufinanzierungsgeschäft Cheltenham & Cloucester. Bei der RBS stehen noch das Versicherungsgeschäft mit den Marken Churchill und Direct Line sowie zahlreiche weitere Geschäftsbereiche zur Disposition.
Banken müssen Geld zurückzahlen
Die Regierung setzt den Banken für den Verkauf wichtiger Bereiche eine Frist von vier Jahren. Lloyds muss der Regierung zudem für bereits geleistete Hilfen 2,5 Milliarden Pfund (rund 4,2 Milliarden Franken) zurückzahlen. Die RBS muss der Regierung jährlich 700 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Franken) bezahlen.







