Ein Mann mit angespanntem Gesicht zeigt den Daumen runter.(© reuters)

Nomen est omen - das «Daumen runter» an der Frankfurter Börse könnte im kommenden Jahr eine Entlassungswelle nach sich ziehen.

Horn teilt daher die Einschätzung der Europäischen Kommission, die in ihrer am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose einen Anstieg der Arbeitslosenquote in Deutschland von derzeit 7,7 Prozent auf 9,2 Prozent prophezeit hatte.

Aufschwung in 2010 fraglich

«Leider sieht es derzeit nicht danach aus, dass der Aufschwung schon 2010 einsetzt, daher sind die Befürchtungen der EU-Kommission nicht von der Hand zu weisen,» konstatiert der Ökonom.

Gleichwohl warnte Horn davor, die Situation in Deutschland mit der sich verschärfenden Jobkrise in den USA zu vergleichen. Die schärfste Rezession in den Vereinigten Staaten seit 70 Jahren hat die Arbeitslosenquote im Oktober erstmals seit mehr als 26 Jahren über die Marke von zehn Prozent steigen lassen, obwohl die Wirtschaft zuletzt an Schwung gewonnen hat.

Fehlender Kündigungsschutz verstärkt Krise

IMK-Chef Horn sagte dazu: «Im Unterschied zu Deutschland schlägt sich die Krise in den USA wie auch in Spanien oder Grossbritannien ungebremst am Arbeitsmarkt nieder.» Die Abwesenheit von Kündigungsschutzregelungen beschleunige diesen Prozess noch.

«In Deutschland konnte der Absturz aber dank der Kurzarbeiterreglegung in Kombination mit einer hohen internen Arbeitsflexibilität bislang besser als in jedem anderen von der Krise stark betroffenen Land abgefangen werden», sagte Horn.
(sda/reuters/halp)